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Wirtschaft bleibt robust

by Peter Gemeinhardt25.10.15 Allgemein

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich nach wie vor robust, einen deutlichen Anstieg der Beschäftigung dürfte es aber in den nächsten Monaten nicht mehr geben. Das legen die Ergebnisse des Arbeitsmonitors nahe, die das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg vorgelegt hat.

 

Arbeitsmarkt bleibt saisonbereinigt unverändert 

Das IAB Arbeitsmarktbarometer lag im Oktober 2015 bei 100,5 Punkten, das ist nur knapp im positiven Bereich. 100,0 bedeutet keine Veränderung, Werte darüber einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, Werte darunter einen Zuwachs. Die Daten werden monatlich durch eine Befragung der Agenturen für Arbeit erhoben. Die Arbeitsmarktexperten der regionalen Dienststellen werden dabei um eine Einschätzung der Entwicklung in den kommenden drei Monaten gebeten, die Skala reicht von 90 (sehr stark steigende Arbeitslosigkeit) bis 110 (sehr stark fallende Arbeitslosigkeit).

Der Wert von 100,5 deutet darauf hin, dass die kommenden Monate saisonbereinigt kaum Veränderungen bringen werden. Das bedeutet, dass die Arbeitslosigkeit zwar ansteigen wird, dieses Plus aber nur auf die jahreszeitlichen Effekte wie Entlassungen in den Außenberufen zurückzuführen ist. Vor allem Bauunternehmen stellen im Winter die Arbeiten ein und entlassen ihre Mitarbeiter. Jenseits dieser Schwankung wird der Arbeitsmarkt nahezu unverändert bleiben, so die Einschätzung der Agenturen für Arbeit. „Auf den Arbeitsmarkt ist weiterhin Verlass“, so Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“.

 

Flüchtlinge lassen Arbeitslosigkeit erst ab 2016 steigen

Die große Zahl an Flüchtlingen dürfte sich dagegen erst im kommenden Jahr auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Dann wird die Arbeitslosigkeit nach Einschätzung der meisten Experten deutlich steigen. Die Bundesagentur für Arbeit bereitet sich bereits mit zahlreichen Initiativen auf diesen Ansturm vor. So wurden Faltblätter und Informationsbroschüren in unter den Flüchtlingen weit verbreitete Sprachen übersetzt, beispielsweise ins Arabische.

Die Förderung der deutschen Sprache soll aber dennoch besonders hohe Priorität haben. „Schnelle erste Sprachförderung und Wertevermittlung sind die Schlüssel zu beruflicher Integration und gesellschaftlicher Teilhabe“, erklärte Peter Clever, der für die Arbeitgeber im Verwaltungsrat der Behörde sitzt und aktuell stellvertretender Vorsitzender des Gremiums ist.

 

Sprachkurse von McDonald’s

Dabei kommt es mitunter zu ungewohnten Kooperationen. 20.000 Sprachkurse erhielt die Bundesagentur für Arbeit vom Schnellrestaurant McDonald’s geschenkt. Dabei handelt es sich um Lernvideos der Sprachlernplattform LinguaTV. Diese kann die Behörde innerhalb von drei Monaten für Sprachschulungen von Flüchtlingen verwenden.

Bei einem großen Teil der Flüchtlinge handelt es sich aber um Menschen mit niedrigem formalen Bildungsabschluss. Denn von vielen Arbeitgebern bemängelten Fachkräfteengpass dürften sie nur teilweise beheben. Zusammen mit verschiedenen Ministerien, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften hat die Bundesagentur für Arbeit eine Fachkräftewoche veranstaltet, in deren Rahmen an 300 Orten in Deutschland sowie im Internet Veranstaltungen zum Thema Fachkräftebedarf stattfanden.

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